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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



20. Juli 2006

Frauen haben das Schweigen gebrochen! - Nasra Hassan, Pakistan/Österreich

Direktorin des United Nation Information Services und Sprecherin des UNO Büros für Drogen und Kriminalität in Wien

Nasra Hassan

Sehr geehrte Frau Minister, liebe FreundInnen, SprecherInnen, 
und die neun Männer im Raum!


Ich könnte Ihnen unzählige Webseiten nennen, wo Sie sämtliche Reports über die Aktivitäten der UNO finden. Ich möchte das Thema Gender und Gewalt aber von einem anderen Blickwinkel aus betrachten – warum sollten Sie sich darum kümmern, was in Lateinamerika, in Afrika oder Asien passiert? In Ländern, die so weit weg sind. Wenn man die Welt in Männer und Frauen, Elite und Unterprivilegierte aufteilen würde, dann würden wir alle hier in diesem Raum zur gestärkten, gebildeten Elite zählen. Aber wir haben gesehen, dass HIV/Aids, Gewalt, soziale Ungerechtigkeiten etc. hauptsächlich in weit entfernten Ländern vorkommen.

Dennoch, diese Themen berühren uns, wir setzen uns damit auseinander; mit Migrantinnen, Flüchtlinge, die in Österreich leben und vielleicht gar nicht so viel mit uns gemein haben, aber sie leben mit uns in Österreich.
Wir können vor diesen Problemen nicht die Augen schließen, und genau deshalb ist es so wichtig zu wissen, was in Saudi Arabien vor sich geht, was in Ruanda passiert. In der UNO haben wir Daten von den Ländern aller Welt. Aber es geht um Aktionen, und zwar auf lokaler und globaler Ebene.

Die Ministerin (Ministerin Maria Rauch-Kallat, Anm.) hat darüber gesprochen, was Österreich alles unternimmt, das ist fantastisch. 70% der Frauen, die in so genannten Entwicklungsländern leben, würden alles dafür geben, die Probleme zu haben, die wir hier haben. Gewalt bedeutet für diese Frauen mehr als die Verletzung ihrer Rechte. Gewalt heißt sterben. Und genau deshalb müssen wir uns darum kümmern!

Das Department in dem ich arbeite, ist das einzige UNO-Büro in der EU. Und die EU und all ihre Mitgliedstaaten müssen sich mit den Problemen auseinander setzen.
Ich möchte Ihnen kurz ein paar statistische Daten präsentieren:
In den USA werden jährlich mehr als 6 Milliarden Dollar ausgegeben, für Kosten, die aufgrund von Gewalt entstehen. Wir alle zusammen müssen gegen Gewalt kämpfen; Gewalt spielt sich ab, ohne bemerkt zu werden, Gewalt ist ein so zentrales Thema.
Frauen dürfen nicht auf ihr biologisches Geschlecht reduziert werden; sie haben daneben viele soziale Dimensionen von Geschlecht und wird eine davon verletzt oder missachtet, dann betrifft das die ganze Gesellschaft!

Was können wir machen? Wenn Sie sich ansehen, mit welchen Problemen Frauen konfrontiert sind – Maha und Justine haben gute Beispiele gezeigt – HIV/Aids, Armut, Analphabetismus, Prostitution, Vergewaltigung, Kinderheirat, Verkauf von Mädchen, etc. Das alles ist nicht unmittelbar mit dem Islam verbunden. Ich bin stolz, eine Muslimin zu sein, in Europa zu leben und zu arbeiten. In anderen Kulturen gibt es die gleichen Probleme. Man muss dies von einem sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachten, nicht von einem religiösen.

Zwei Dinge sind wichtig: Zugang zu Gerechtigkeit, denn das bedeutet Zugang zu Empowerment.

Danke!

 

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