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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



10. September 2009

Euromapping-Studie 2009 - Europa überholt USA als Geber von Entwicklungshilfe für Familienplanung

Negativbeispiel der alten EU-Staaten: Österreich

Euromapping

Erstmals hat die Europäische Union (EU) mehr Geld für Familienplanung und reproduktive Gesundheit bereitgestellt als die USA. Im Jahr 2006 erhöhte die EU ihre Beiträge in diesem Bereich um rund 600 Millionen US-Dollar auf 2,7 Milliarden US-Dollar, während die USA ihre Zahlungen um etwa den gleichen Betrag verringerte. Das geht aus der diesjährigen Euromapping-Studie hervor, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und das Europäische Parlamentarierforum (EPF) vorgestellt haben.



Investitionen für Familienplanung müssten sich verdreifachen


Trotz des Anstiegs der europäischen Entwicklungshilfe für Familienplanung und reproduktive Gesundheit liegen die Investitionen nach wie vor weit unter dem, was notwendig wäre, um den Finanzbedarf für Bevölkerungsprogramme abzudecken. Die Vereinten Nationen schätzen den globalen Bedarf bis 2015 auf 69,81 Milliarden US-Dollar, wovon ein Drittel von Geberländern und zwei Drittel von den Empfängerländern selbst aufzubringen sind. Dies bedeutet, dass sich der Anteil der Geberländer auf dann 23,27 Milliarden US-Dollar belaufen müsste. Zuletzt zahlten alle Geberländer, inklusive der europäischen, jedoch nur 7,38 Milliarden US-Dollar.


Um den Finanzbedarf für Familienplanung und reproduktive Gesundheit in 2015 abzudecken, müsste sich die Entwicklungshilfe bis dahin somit verdreifachen.


Beschämendes Negativbeispiel des leichten Aufwärtstrends ist dabei Österreich!


„Unter den ehemaligen EU-15 war Österreich das einzige Mitgliedsland, das ODA-Beiträge 2008 reduziert hat – um 130 Mio. US-Dollar. Darüber hinaus beträgt der Anteil an „aufgeblähter“ Entwicklungshilfe vor allem durch Schuldenerlass mehr als 43% der gesamten österreichischen ODA“, rechnen die StudienautorInnen vor.


Weil Aufklärung und Verhütungsmittel fehlen, werden jährlich etwa 76 Millionen Frauen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger. An Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt sterben jedes Jahr noch immer mehr als eine halbe Million Frauen. Eine der Hauptgründe: In den ärmsten Ländern der Welt wird nur jede dritte Entbindung von ausgebildetem Gesundheitspersonal betreut.


Die Euromapping-Studie analysiert die Ausgaben der europäischen Länder für bevölkerungspolitische Programme und Maßnahmen sowie für reproduktive Gesundheit in Entwicklungsländern. Darüber hinaus enthält die Untersuchung Empfehlungen an die EU-Staaten, um die Gesundheitssituation von Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern und so die Armut zu verringern.


Euromapping 2009 können Sie hier herunterladen.


Quelle: www.dsw-online.de


Dateidownload:
Euromapping2009_GE.pdf

 

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