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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



Afrikas demografische Herausforderungen. Eine europäische Öffentlichkeitskampagne

Eines der größten Hindernisse im Kampf gegen die extreme Armut in Afrika südlich der Sahara ist der rasante Bevölkerungszuwachs. Hier bekommen viele Frauen mehr Kinder, als sie es sich wünschen, da sie oft keinen Zugang zu wirksamen Verhütungsmethoden haben. Es ist daher erforderlich, Beratung zu Verhütung und Familienplanung umfassend zur Verfügung zu stellen, um die Armut in Afrika nachhaltig zu senken und Entwicklung zu ermöglichen. Dazu sind höhere Investitionen in die sexuelle und reproduktive Gesundheit, einschließlich Familienplanung, notwendig.

Dieses Thema rückt die SWI mit drei Partnerorganisationen stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dabei wurde auch eine wissenschaftliche Studie erstellt, die im Herbst 2011 erschienen ist.

 

Österreich - Zusammen Leben Lernen

Ein Forschungsprojekt unter muslimischen und nicht muslimischen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in Österreich

Im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur führten wir zwei Forschungsprojekte durch: Gelebte Schulpartnerschaft: Für eine Kultur der Begegnung in der Schule. Interkulturelle Eltern-LehrerInnen Kooperation und Zusammen Leben Lernen in der Schule. SchülerInnen mit Migrationshintergrund in Österreich.

Ziel des Forschungsprojektes war es, zum einen die Lebensrealitäten von Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 18 Jahren mit muslimischem Migrationshintergrund in Österreich zu dokumentieren, Defizite und Vorurteile aufzudecken. Als Vergleichsgruppe wurden die gleichaltrigen Counterparts ohne muslimischen Migrationshintergrund befragt. In Einzelgesprächen und Gruppendiskussionen wurde eine Annäherung an die Lebenswelt der Jugendlichen unternommen.

Die leitenden Forschungsfragen: Wie sieht das soziale Umfeld der jungen Menschen aus? Wo positionieren sie sich selbst? Wie kommen sie mit ihren KlassenkameradInnen zurecht? Wie läuft die Schulinteraktion? Wo liegen die soziokulturell bedingten Unterschiede zwischen muslimischen SchülerInnen und jenen mit nicht-muslimischem Hintergrund? Wie gestalten sie ihren Alltag? Welche Rolle spielt Religion in ihrem alltäglichen Lebensverständnis und ihrer Wertewelt zu Hause und in der Öffentlichkeit? Welchen Einfluss haben die Eltern?

Der zweite Teil der Studie beschäftige sich mit der Interaktion zwischen Eltern von SchülerInnen mit Migrationshintergrund und deren LehrerInnen. Beiträge und Reportagen zum Thema interkulturelles Zusammenleben in der Schule und die Interaktion zwischen Bildungseinrichtungen und Eltern beherrschen seit geraumer Zeit die Diskussionen im öffentlichen Raum und auch im Bildungsbereich. Die Schule spielt eine immer größer werdende Rolle in der aktuellen Migrationsdiskussion. Dabei stehen nicht unbedingt die schulischen Leistungen im Vordergrund; vielmehr geht es um die Rolle der Schule in der aktuelle Migrationsdiskussion. Die Kommunikation zwischen LehrerInnen und Eltern von SchülerInnen mit Migrationshintergrund wird zunehmend als „Missing Link“ und kritischer Faktor für gelungenes Zusammenleben definiert.
Der Trend, dass Eltern von Kindern mit Mitgrationshintergrund weniger wahrscheinlich zu Elternsprechtagen und anderen Schulveranstaltungen kommen, zeichnet sich in Umfragen deutlich ab. Mütter sind häufig unsichtbar und damit nicht Ansprechpartnerinnen für den Schulalltag und Väter tendieren dazu, der Interaktion mit Lehrkräften, vor allem wenn sie weiblich sind, auszuweichen. Dieser Punkt ist ein kritisches Signal für die betroffenen Kinder hinsichtlich der Akzeptanz der Gleichstellung von Frauen. Lehrerinnen erleben sehen sich zeitweise mit männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund konfrontiert, die sich machohaft in Szene setzen, ihr kritisches Frauenbild offen zeigen und insgesamt Probleme haben im Umgang mit weiblichen Gesprächspartnern.
Ziel der Studie war es, diese Probleme zu identifizieren, zu adresieren und Strategien für eine positive Bewältigung zu erarbeiten.

 

Österreich - Fair Share im Beruf und zu Hause

Family Future Trends – Zukunft Zusammen Leben

Thema dieses Forschungsprojekts ist die aktuelle gesellschaftliche Herausforderung: die Ermutigung von Frauen und Männern, ihre neuen Freiräume zu nützen, und zwar für die Entwicklung partnerschaftlicher Strategien und einer ausgewogenen und kooperativen Lebensgestaltung. Frauen sind mit einer Absolventinnenquote von über 50% in fast allen Bildungsbereichen im Vormarsch und sie wissen sehr genau, was sie wollen: ein balanciertes Leben zwischen Familie und Beruf. Internationalen Studien zufolge wollen das auch Männer. Aber wie sieht es in der Realität aus? Dieses Fair Share Anliegen betriff uns alle und geht weit über unsere Grenzen hinaus.

Die vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend geförderte Studie beleuchtet weibliche und männliche Lebensrealitäten im Familienkontext und beschäftigt sich mit den Hintergründen für die Wahl von bestimmten Haushaltsmodellen, mit Wünschen versus tatsächlichen Umsetzungen von Formen des Zusammenlebens und der jeweiligen Einschätzung des Partners/der Partnerin zur aktuellen Lebensform. Dazu werden insgesamt 1000 berufstätige Männer und Frauen in ganz Österreich im Alter  von 25 bis 45 Jahren und alle mit minderjährigen Kindern (ohne Alterslimit) mittels Online-Fragebogen befragt. Die Studie soll Aufschluss darüber geben, woran es bei der Work-Life-Balance scheitert.

 

3rd Millennium Muslim Man

Ein aktionsorientiertes Forschungsprojekt zur Förderung des Verständnisses männlicher muslimischer und nicht muslimischer Jugendlicher in Österreich

Über 15 Millionen MuslimInnen leben in der Europäischen Union, die Mehrzahl ist unter 30. Nach Schätzungen des National Intelligence Council der USA wird sich die muslimische Bevölkerung in Europa bis 2025 verdoppeln.
Soziale Spannungen und sicherheitspolitische Ängste in Zusammenhang mit der muslimischen Bevölkerung sind Europaweit die führenden innenpolitischen Themen.

Österreich, ein Land, das mit seiner muslimischen Bevölkerung zumindest oberflächlich in Einklang zu leben scheint, ist das geeignete Terrain, um einen wissenschaftlich analytischen Blick hinter die Kulissen zu werfen und die junge männliche muslimische Generation direkt zu adressieren. Gefragt sind präventive Maßnahmen, bevor es aufgrund von aufgestauten Frustrationen, vermeintlichen oder tatsächlichen Ausgrenzungen und antizipierten Gefühlen der Demütigung zu Spannungen und womöglich gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt.

Die Stimmen der muslimischen Jugendlichen – vor allem der männlichen - sind in der laufenden Debatte entweder unhörbar oder überschattet von den Aussagen und Aktionen einer kleinen Gruppe von radikalen islamischen Aktivisten.

Die junge männliche Generation muss gezielt in den Dialog der Kulturen eingebunden werden; um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, werden die Lebensrealitäten der 15 bis 25jährigen männlichen Muslime in Österreich dokumentiert werden und mit einer Vergleichsgruppe österreichischer Jugendlicher kontrastiert, um Berührungspunkte, Konflikte und Diskrepanzen zu identifizieren und diskutieren.

 

Indien - Peace Starts at Home. Men Included!

Männer haben Kraft, aber nicht zum Schlagen“, ist die Botschaft einer Anti-Gewalt Kampagne und eines Sensibilisierungstrainings in Neu Delhi und Chennai, die die SWI in Kooperation mit Frauen ohne Grenzen und der indischen Partnerin Archana Kapoor und ihrer NGO SMART entwickeln.

Die vom Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz (BMSK) unterstützte Initiative, ist ein Modellprojekt für positive männliche Partizipation und Aktion.
In einer ersten Runde werden lokale und internationale ExpertInnen zu einem Workshop in Delhi zusammenkommen und gemeinsam Strategien erarbeiten. Auf dieser Basis und nach Auswertung unserer anlaufenden Umfrage in Familien, die von Gewalt betroffen sind, wird ein Trainingshandbuch erarbeitet.
Anschließend werden SozialarbeiterInnen und NGO MitarbeiterInnen in Trainingskursen ausgebildet mit dem Ziel, gemeinsam mit den Männern in der Region konstruktive Wege aus der Gewalt zu finden.

Männer machen den Frieden, diesmal zu Hause und nicht auf der Weltbühne“, lautet der Slogan der Kampagne in Indien, die im Rahmen dieses Bewusstseinsbildungsprojektes ins Leben gerufen wird.

 

Reproductive Health For All

Reproduktive Gesundheit ist ein Menschenrecht und ermöglicht die Erreichung nachhaltiger Entwicklung.

Investitionen in reproduktive Gesundheit retten und verbessern Leben, verlangsamen die Verbreitung von HIV/Aids und unterstützen die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Diese wiederum helfen dabei, das Bevölkerungswachstum zu stabilisieren und Armut zu verringern.
Investitionen in reproduktive Gesundheit müssen beim Individuum beginnen, sich ausdehnen auf die Familie und zentral werden für die Entwicklungspolitik der ganzen Welt.

Reproductive Health For All ist eine Bewusstseinsbildungs- und Aufklärungskampagne, um den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit zu fördern. Das 3jährige EU Projekt wird von fünf europäischen Partnerorganisationen getragen und hat das Ziel, zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele beizutragen, speziell zu den Zielen vier, fünf und sechs: Verringerung der Kindersterblichkeit, Verbesserung der Gesundheit der Mütter und Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten.

Das Projekt zielt vor allem auf JournalistInnen, politische EntscheidungsträgerInnen, NGOs und LehrerInnen ab, um themenrelevantes Informationsmaterial zu verbreiten und Bewusstseinsbildung sowie Aufklärung weitreichend zu garantieren.

Partnerorganisationen: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung/DSW, Worldpopulation Foundation Holland, WPF, die spanischen Federación Planificar Familiar Estatal, FPFE und die Federation for Women Family Planning Polen.

Weitere Projektpartner sind das SchoolNet in Uganda und die German Foundation for Worldpopulation in Äthiopien.

Den Kampagnenflyer zum Projekt können Sie hier downloaden.