
Am 26. Juni fand die SWI Konferenz “Von Aids zu Gewalt: Frauen brechen das Schweigen!” in der Wiener Städtischen Versicherung in Wien statt. Der Saal im 20. Stock im Ringturm war bis auf den letzten Platz besetzt.
Ministerin Maria Rauch Kallat eröffnete die Konferenz offiziell und stellte unter anderem vor, was Österreichs Regierung im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen unternimmt.
Dr. Edit Schlaffer, Vorstandsmitglied der SWI, moderierte die Veranstaltung.
Dr. Maha al Muneef, eine der wenigen weiblichen Ärzte in Saudi Arabien – sie arbeitet als Kinderärztin im King Fahad National Hospital in Riad - erklärte, wie wichtig es ist, die Saudischen Frauen zu unterstützten und sie dazu zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben: “Das wichtigste ist, den Frauen in Saudi Arabien ihre Rechte klar zu machen. Viele Frauen vermischen Kultur und Religion und sind sich ihrer Rechte nicht bewusst.”
Nasra Hassan, Direktorin des UNO Information Services und Sprecherin des UNO Büros für Drogen und Kriminalität in Wien, stellte die wichtige Rolle der UNO im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und HIV/Aids dar: “Wir müssen uns aktiv mit gender-Themen befassen. Frauen dürfen nicht auf ihre biologisches Geschlecht reduziert werden; sie haben daneben viele soziale Dimensionen von Geschlecht und wird eine davon verletzt oder missachtet, dann betrifft das die ganze Gesellschaft!”
Justine Mbabazi, Überlebende des Genozids 1994 in Ruanda, arbeitet derzeit in Afghanistan und trainiert die ersten Afghanischen Verteidigerinnen. In ihrer Rede zeigte sie auf, wie die Rechte der Frauen in Ländern wie zum Beispiel Dafur verletzt werden. Gerade in Krisen- und Kriegssituationen fehlen Frauen an den Verhandlungstischen, in den wichtigen Entscheidungsgremien. “Ich sehe wie Frauen unter kulturellen Vor- und Festschreibungen enorm leiden, von Gewalt umgeben sind und dulden müssen, dass Gewalttäter nicht bestraft werden. Ich bin selbst als Flüchtlingskind in Uganda aufgewachsen. Eines Tages habe ich meinen Vater gefragt, wie es in Ruanda so ist, wie es dort aussieht; er hat immer von unserer Heimat gesprochen. Und er hat mir mit Tränen in den Augen geantwortet: Ruanda sieht wie du aus.”
Jenny Lind D. Elmaco gab einen Überblick über die Situation auf den Philippinen und sprach über die Doppelrolle, die philippinische Frauen einnehmen: “Nach Mexiko sind die Philippinen das Land, das weltweit die meisten Menschen zum Arbeiten ins Ausland schickt. Acht Millionen PhilippinInnen arbeiten außerhalb ihrer Heimat und laut aktuellen Zahlen verlassen rund 2.700 Menschen täglich die Philippinen. Die Mehrheit dieser Menschen– etwa 65% - sind Frauen. Und sie haben eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das Schweigen zu brechen, das Schweigen der Gewalt, HIV und allen anderen Krankheiten, die sie so oft dazu zwingen, im Dunkeln zu tappen, im Schatten zu leben – aus Angst, Unsicherheit und Schmerz.“
Die Konferenz wurde mit Unterstützung der UNFPA ( United Nations Population Fund) und Frauen ohne Grenzen organisiert.
Wir danken unseren SponsorInnen ganz herzlich!
Wiener Städtische Versicherung, Hotel Le Meridien, Hotel Domizil.
Die Statements der Sprecherinnen können Sie in voller Länge hier http://en.swi-austria.org/publicationsdownloads/ (in englischer Sprache).