
Die äthiopische Regierung will die Mutter-zu-Kind-Übertragung von HIV während der Schwangerschaft deutlich senken.
Im Dezember hat die äthiopische Regierung einen Plan zum Abbau der Mutter-zu-Kind-Übertragung von HIV vorgelegt. Bis 2015 sollen 90 Prozent der Schwangeren Zugang zu vorgeburtlicher Versorgung bekommen. Eine professionelle Geburtshilfe soll allen Schwangeren zur Verfügung stehen. Mindestens 80 Prozent der HIV-positiven Schwangeren sollen zudem mit antiretroviralen Medikamenten versorgt werden, um eine Infektion des Kindes durch die Mutter zu verhindern.
Nur wenige Schwangere haben Zugang zu antiretroviralen Medikamenten
Die Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind macht einen großen Teil der Neuinfektionen aus. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef werden jeden Tag weltweit 1.000 Kinder während der Schwangerschaft infiziert. Das Risiko einer solchen Infektion kann durch eine Therapie mit antiretroviralen Medikamenten auf ein Minimum reduziert werden. In Äthiopien leben 1,2 Millionen Menschen mit HIV/Aids, darunter 90.000 Schwangere. Von ihnen erhielten im Jahr 2010 nur 7.800 und damit nicht einmal jede zehnte infizierte Schwangere eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten.
Die Zahl der äthiopischen Frauen, die vorgeburtliche Versorgung in Anspruch nimmt, ist zuletzt von 616.000 (2008-2009) auf 796.000 (2009-2010) gestiegen. In den vergangenen Jahren hat Äthiopien positive Erfahrungen mit dem Einsatz gering qualifizierter Gesundheitskräfte in den Gemeinden (health extension workers) gesammelt. Mit ihrer Hilfe gelang es, einen besseren Zugang zu Diensten der Familienplanung auch in entlegenen Gebieten sicherzustellen. Dieses Modell soll nun auch bei dem aktuellen Programm zur Bekämpfung der Mutter-zu-Kind-Übertragung zum Einsatz kommen.
Quellen: DSW, Irin News