
Frauenorganisationen in der Hauptstadt Port-au-Prince alarmierten die Vereinten Nationen

Frauen in Haiti werden nach dem verheerenden Erdbeben zunehmend Opfer von Gewalt. Vor allem aus Gefängnissen geflohene Kriminelle belästigten und vergewaltigten Frauen und Mädchen, die in Zeltlagern Zuflucht gesucht hätten, meint der haitianische Polizeichef Mario Andrsol.
Er machte rund 7.000 verurteilte Kriminelle für die Zunahme der Gewalt verantwortlich, die nach dem Erdbeben aus zerstörten Gefängnissen entkommen waren. Weil es keinen Strom gebe, würden Frauen und Mädchen in den notdürftig eingerichteten Zeltlagern oft nach Einbruch der Dunkelheit Opfer von Gewalttaten, sagte der Polizeichef. Offizielle Zahlen zu den Opfern gibt es nicht, Frauenorganisationen in der Hauptstadt Port-au-Prince alarmierten allerdings bereits die Vereinten Nationen. Schon vor dem Erdbeben gab es in Haiti viele Sicherheitsprobleme.
Die Nationalratsabgeordnete Petra Bayr fordert in diesem Zusammenhang eine rasche Implementierung von Schutzprogrammen. Hilfsprogramme für Haiti müssten spezielle Hilfsmaßnahmen zum Schutz der Frauen mit einbeziehen und dies in einer ebenso hohen Priorität, wie die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Bayr: „Alle Katastrophenhilfe-Maßnahmen, die jetzt gesetzt werden, müssen nachhaltig mit längerfristiger Entwicklungszusammenarbeit verzahnbar sein und müssen vor allem auf die Bedürfnisse der Schwächsten der Gesellschaft Rücksicht nehmen."
Dazu gehört die Instandsetzung von Spitälern und Schulen ebenso wie die Schaffung von sicheren Räumen für Frauen und Kinder.
Quelle: derstandard.at; Petra Bayr