
Prävention sorgt weltweit für Rückgang der HIV-Neuinfektionen - doch noch immer infizieren sich täglich 7.400 Menschen mit dem HI-Virus

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen geht weltweit zurück: Im Jahr 2008 infizierten sich 2,7 Millionen Menschen und damit 17 Prozent weniger als noch im Jahr 2001. Dieser Erfolg geht vor allem auf Vorbeugungsmaßnahmen wie den Gebrauch von Kondomen zurück. Die Zahlen zeigen ganz klar, dass Aufklärung und Verhütung helfen, die Aids-Epidemie einzudämmen.
Es muss daher dringend verstärkt in Präventionsmaßnahmen investiert werden. Insbesondere in Afrika südlich der Sahara, die weiterhin am stärksten von HIV betroffene Region. Im Jahr 2008 sind 71 Prozent aller Neuinfektionen in dieser Gegend verzeichnet worden, drei Viertel der jährlich zwei Millionen Aids-Toten waren hier zu beklagen.
Frauen besonders von HIV betroffen
Junge Frauen in Afrika südlich der Sahara sind besonders stark von HIV betroffen. Während Frauen weltweit die Hälfte der 33,4 Millionen HIV-Infizierten ausmachen, sind es hier 60 Prozent. Unter den 15- bis 24-jährigen Neuinfizierten sind sogar 75 Prozent weiblich. Das hohe Risiko von Frauen, sich mit HIV anzustecken, hat biologische, soziale und kulturelle Gründe. Beispielsweise können Frauen angesichts ihrer schwachen gesellschaftlichen Stellung den Gebrauch von Kondomen gegenüber Männern oft nicht durchsetzen. Frauen brauchen daher Präventionsmethoden, die sie selbstbestimmt und unabhängig vom Partner anwenden können.
Eine solche Möglichkeit bieten Mikrobizide, die als Cremes oder Gels vaginal angewendet werden und die Frauen für mehrere Stunden vor einer HIV-Infektion schützen sollen. Die Mikrobizid-Präparate befinden sich derzeit noch in Entwicklung. Es wird erwartet, dass in etwa fünf bis sieben Jahren die ersten Mittel auf den Markt kommen. Zur Erreichung dieses Zieles, müssen die Investitionen in die Entwicklung und Forschung von Mikrobiziden noch deutlich erhöht werden.
Vor allem die Entwicklungshilfe der westlichen Industrienationen muss erkennen, dass ohne eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie in Afrika, keine Entwicklungsleistung mittel- oder langfristig fruchten wird. Denn Menschen, die an einer tödlichen Krankheit wie Aids leiden, können nicht die erforderliche Arbeitskraft aufbringen, die ihr Land so dringend braucht um ein höheres Entwicklungsniveau zu erreichen.
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung