
UN-Organisationen mahnen jedoch, dass die Vorbeugung gegen HIV-Neuinfektionen weiter unzureichend sei. Auch müssten die politischen Führungen vieler afrikanischer Länder „deutlichere“ Worte sprechen.

„Zwar ist der HIV-Test mittlerweile in 94 von 101 Ländern umsonst, und auch die Mutter-Kind-Übertragungen sind von 90 im Jahr 2004 auf 55 Prozent in 2008 zurückgegangen“, resümierte Mark Stirling, der UNAIDS-Regionaldirektor für das östliche und südliche Afrika den Stand der Bemühungen um die Minderung der Zahl der Neuinfektionen. Dennoch: „Allein in 2007 sind 2,7 Millionen Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert worden“, hob Stirling hervor, weshalb dringend mehr Mittel in die Prävention fließen müssten.
Stirling berichtete, dass die Präventionsprogramme mittlerweile wesentlich ausgefeilter seien, als es die ABC-Kampagnen (Abstinenz, Treue zum Partner, Kondomnutzung) der Vergangenheit je gewesen wären. Allerdings vermisse er „deutliche Worte“ der politischen Führung in vielen afrikanischen Ländern. Viel zu oft seien es gerade die verletzlichsten Gruppen, die an technischen, rechtlichen oder soziokulturellen Hürden scheiterten, wenn sie versuchten, Dienstleistungen zur Prävention von HIV/Aids-Infektion in Anspruch zu nehmen. So hätten 2008 zum Beispiel erst 30 aller untersuchten Staaten Programme aufgelegt, um Drogensüchtige mit sterilen Injektionskanülen und -spritzen zu versorgen. Und die laufenden Programme seien unzureichend, wenn man das international anerkannte Ziel von 200 Spritzen pro Süchtigem und Jahr als Bewertungsmaßstab zu Grunde lege.
Auch der Bericht selbst schließt mit der Bemerkung, dass „Millionen von Neuinfektionen erfolgen und mehr Leben verloren gehen werden, wenn das Tempo, mit dem die Dienstleistungen erweitert und Menschen erreicht werden, nicht erheblich beschleunigt wird. Dann wird die menschliche und wirtschaftliche Belastung der künftigen Generationen noch zunehmen.“
Der Report mit dem Titel „Towards Universal Access: Scaling Up Priority HIV/AIDS Interventions in the Health Sector“ kann bei UNAIDS heruntergeladen werden.
Quelle: www.dsw-online.de