
Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2009 - Stärkung von Frauen und Mädchen unerlässlich
In der Nacht zum 11. Juli, dem Weltbevölkerungstag, wird die Menschheit mit 6.794.627.616 Menschen einen neuen Höchststand erreichen. Und die Bevölkerung wächst weiter, jedes Jahr um 80 Millionen Erdenbürger. Die Hauptlast dieser rasanten Bevölkerungszunahme tragen die Entwicklungsländer, wo die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2050 um 2,3 Milliarden wachsen wird – von heute 5,6 Milliarden auf voraussichtlich 7,9 Milliarden Menschen. Damit wird sich der Druck auf die Gesundheits- und Bildungssysteme sowie die angespannte Ernährungslage in diesen Ländern erheblich erhöhen. Darauf weist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des 20. Weltbevölkerungstages hin.
Frauen gerade in Krisenzeiten fördern, um Armut zu bekämpfen
„Eine zentrale Ursache für das anhaltende Bevölkerungswachstum in armen Ländern ist der fehlende Zugang zu Familienplanung, insbesondere zu modernen Verhütungsmitteln“, erklärt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. „Wenn wir Armut und Hunger verringern wollen, müssen Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsfürsorge für Frauen stärker gefördert werden.“ Denn die Entscheidung von Frauen über die Anzahl ihrer Kinder habe unmittelbare Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum von Ländern und damit auch auf deren ökonomische Entwicklung. Gleichzeitig sind Investitionen in Familienplanung wirtschaftlich sinnvoll, weshalb sie sich gerade in Krisenzeiten lohnen. „Jeder Euro, der in Familienplanung investiert wird, spart bis zu 31 Euro für die Bereitstellung von sozialen Dienstleistungen wie Bildung, Abwassersysteme und Wohnraum“, erklärt Bähr.
Schon auf der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung (ICPD) in Kairo vor 15 Jahren hatten 179 Staaten in einem wegweisenden Aktionsprogramm die bedeutende Rolle von Frauen für die Entwicklung von Ländern anerkannt. Weltweit sollten Frauen in die Lage versetzt werden, selbst über die Anzahl ihrer Kinder zu entscheiden. Zu diesem Zweck sollten bis 2015 alle Menschen Zugang zu Bildung, Sexualaufklärung und Familienplanung erhalten. Die Realität sieht jedoch anders aus. In den vergangenen Jahren hat Familienplanung auf der internationalen Agenda stetig an Bedeutung verloren. Die internationale Gemeinschaft stellt heute für die Förderung von entsprechenden Programmen in Entwicklungsländern nicht einmal halb soviel Geld zur Verfügung wie noch 1995: Die Ausgaben sind von damals 723 Millionen US-Dollar (ca. 517 Millionen Euro) auf gerade einmal 338 Millionen US-Dollar (242 Millionen Euro) im Jahr 2007 geschrumpft.
15 Jahre nach Kairo: Globales NGO-Forum in Berlin zieht Bilanz
Vom 2. bis 4. September werden in Berlin Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus Industrie- und Entwicklungsländern zusammenkommen, um 15 Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo Bilanz zu ziehen. Das Global NGO Forum wird ausgerichtet vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, www.dsw-online.de