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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



30. Juni 2009

Moldau: Ausweg Ausland?

Mit einem Durchschnittseinkommen von ungefähr 150 Dollar pro Monat schlägt die Republik Moldau Länder wie den Kosovo, Albanien oder die Ukraine, wenn es um die Bezeichnung "Armenhaus Europas" geht.

Das war nicht immer so. Der frühere "Gemüsegarten der Sowjetunion" hat stark unter dem Zerfall des Staatenbundes gelitten. Der Transnistrienkonflikt, der unter anderem zu einem Embargo auf moldauische Produkte durch Russland führte, setzte dem jungen Staat ebenso zu wie die verfehlte Privatisierungspolitik in den 1990er-Jahren oder Korruption. Laut Schätzungen hat mittlerweile fast jede/r vierte MoldauerIn die Heimat verlassen und arbeitet entweder in Russland, Westeuropa oder Nordamerika. Bei der Ausreise haben oftmals organisierte Schlepperbanden ihre Hand im Spiel, zahlreiche MigrantInnen werden Opfer von Menschenhandel.

Wenig Chancen in der Fremde
Viele MigrantInnen finden im Ausland nicht das erhoffte Glück, sondern werden – wenn sie illegal eingereist sind – entweder aufgegriffen und zurückgeschickt oder finden nur wenig qualifizierte Arbeit, die nicht ihren Kenntnissen entspricht. Aufgrund der hohen Lebenserhaltungskosten können sie nicht so viel Geld wie ursprünglich erhofft nach Hause schicken und sind darüber hinaus häufig mit Fremdenfeindlichkeit oder sexuellen Übergriffen konfrontiert.

Rückkehr mit Perspektive
In Kooperation mit dem österreichischen Innenministerium sowie der Internationalen Organisation für Migration finanziert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) ein Projekt für die freiwillige Rückkehr und Reintegration von im Ausland nicht straffällig gewordenen moldauischen StaatsbürgerInnen. Den RückkehrerInnen wird entweder eine Ausbildung in Moldau bezahlt, die notwendige Ausstattung für ihre neue berufliche Tätigkeit – etwa Friseurbedarf, Mechanikerwerkzeug, Schweißgeräte etc. – zur Verfügung gestellt oder die Umsetzung der Geschäftsidee finanziert. Die Erfolge sind beachtlich: Die meisten Zurückgekehrten bleiben und tragen durch ihre Arbeit zum wirtschaftlichen Aufschwung Moldaus bei. Die Zuhausegebliebenen werden mit ähnlichen Maßnahmen unterstützt, um ihnen gleiche Chancen zu geben wie den RückkehrerInnen.
Die Botschaft vor allem für die junge Bevölkerung ist klar: Auswandern zahlt sich oft nicht aus und birgt Gefahren. Es ist nicht notwenig, ins Ausland zu gehen, um etwas aus sich zu machen. Auch im eigenen Land gibt es genügend Möglichkeiten.

Walter Hecher, Referent für Südosteuropa Regional in der ADA
Quelle: Weltnachrichten. Informationen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, Nr. 2/2009.

 

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