
Der UNO Generalsekretär äußerte sich heuer in einer Ausschreibung zum Internationalen Tag der Familie, der heuer das Thema „Mütter und Familien: Aufgaben in einer sich verändernden Welt“ hatte. SWI hat das Statement für Sie übersetzt.
Mütter spielen eine entscheidende Rolle innerhalb von Familien – diese sind eine starke Kraft für sozialen Zusammenhalt und Integration innerhalb von Gesellschaften. Die Mutter-Kind Beziehung ist gleichzeitig unerlässlich für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Aber Mütter sind nicht nur die pflegenden Kräfte innerhalb der Familie, sie sind auch die Ernährerinnen für diese. Noch immer stehen Mütter dabei aber vor großen und immer wieder auch lebensbedrohlichen Problemen.
Eine Geburt, die eigentlich ein Grund zum Feiern sein sollte, ist in den Entwicklungsländern viel zu oft ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko. Die Müttergesundheit zu verbessern, ist das MDG (Millennium Development Goal), wo am wenigsten Fortschritte gemacht wurden, seit diese formuliert wurden. So haben Frauen in den ärmsten Ländern der Welt ein 300 Mal höheres Risiko bei der Geburt durch Komplikationen zu sterben als in entwickelten Ländern. Wir müssen Schwangerschaft und Geburt sicherer machen. Daher müssen Gesundheitssysteme ganz allgemein und Familienplanung, geschultes Geburtenpersonal und Notfallgeburtenhilfeversorgung im speziellen verbessert und oft auch überhaupt ermöglicht werden.
Gewalt gegen Frauen, viele von ihnen sind Mütter, bleibt eine der am meisten präsente und am weitesten verbreitete Form der Menschenrechtsverletzung unserer Zeit. Diese Gewalt hat weit reichende Konsequenzen – sie gefährdet nicht nur das Leben von Frauen und Mädchen, sondern sie schädigt auch ihre Familien und Gemeinschaften und damit die Struktur, den wahren Unterbau einer Gesellschaft. Gewalt gegen Frauen zu beenden und zu verhindern muss daher eine Hauptpriorität aller Staaten der Erde sein.
Außerdem müssen wir universellen Zugang zu Bildungssystemen gewährleisten. Frauen und Mädchen zu bilden nützt nicht den einzelnen Familien, sondern den Staaten selbst, da sie weibliches Potential zu Entwicklungsbestrebungen aktivieren, so dass die Bestrebungen selbst einen entscheidenden Mehrwert erfahren. Statistiken zeigen außerdem, dass gebildete Mütter mehr gewillt sind, ihre Kinder in den Schulen zu lassen, was bedeutet, dass die Vorteile von Bildung über die Generationsübergreifend erkannt werden.
Wenn wir danach streben Mütter in ihrer pflegenden Arbeit zu unterstützen, müssen wir familienfreundliche Gesetze und Services weiter entwickeln und diese in der ganzen Welt expandieren. Mehr und zusätzliche Kinderbetreuungsstätten würden den Arbeitsaufwand von Müttern deutlich reduzieren. Frauen und ebenso Männer brauchen in punkto Gleichberechtigung stärkeren öffentlichen Rückhalt, um Arbeit und Familienverantwortung gerecht aufteilen zu können. Familien, die auf Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aufgebaut sind, werden zu einer stabileren und produktiveren Gesellschaft beitragen.
Wir stehen vor vielen Problemen und Aufgaben in unserer sich verändernden Welt, aber ein Faktor bleibt konstant: Die zeitlose Wichtigkeit der Mütter und ihr unbezahlbarer Beitrag, die nächste Generation aufzuziehen. Durch die Belohnung ihrer Anstrengungen und durch die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen können wir eine bessere Zukunft für uns alle sichern.
Das Originaldokument auf Englisch finden Sie hier:
http://www.un.org/esa/socdev/family/idf/2009/sgmessage09eng.pdf