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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



06. Mai 2009

Familienplanung rettet Leben

Eine auf den Philippinen durchgeführte Studie zeigt, dass Investitionen in Familienplanung nicht nur die Gesundheit von Frauen sichern, sondern auch kosteneffizient sind.

Die Opposition auf den Philippinen ist groß, wenn es um das Thema Familienplanung geht. Eine neue Studie dürfte nun die Fürsprecher von Verhütungsmitteln stärken. Die gemeinsame Untersuchung des US-amerikanischen Guttmacher Institute und des Bevölkerungsinstituts der University of the Philippines zeigt, dass ein verbesserter Zugang zu modernen Verhütungsmethoden 800.000 ungeplante Geburten, eine halbe Million Abtreibungen und 200.000 Fehlgeburten jährlich verhindern kann. Außerdem könne so das Leben von 2.100 Frauen gerettet werden.


Zugang zu Verhütungsmitteln spart Kosten


Darüber hinaus rechnen die Autoren der Studie vor, dass Investitionen in Familienplanung effizient angelegt seien. Letztendlich könne der Staat sogar Geld sparen. Wie die Untersuchung zeigt, besteht derzeit für etwa zehn Millionen Frauen auf den Philippinen das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft, das heißt, sie sind sexuell aktiv, wollen aber in den kommenden zwei Jahren keine Kinder bekommen. Würde der Staat all diesen Frauen moderne Kontrazeptiva zur Verfügung stellen, würden die jährlichen Ausgaben für Familienplanung zwar um 2,1 Milliarden philippinische Pesos (etwa 33 Millionen Euro) steigen. Gleichzeitig ließen sich jedoch die durch ungewollte Schwangerschaften verursachten Kosten – etwa für die Behandlung von Frauen, die infolge einer illegalen Abtreibung schwere Verletzungen davongetragen haben – um 2,9 Milliarden Pesos jährlich (etwa 45 Millionen Euro) verringern.


Die eingesparten 80 Millionen Pesos (1,25 Millionen Euro) könnten den Wissenschaftlern zufolge in den Ausbau von Gesundheits- und Sozialdiensten fließen. "Zugang zu Verhütungsmitteln zu gewährleisten, ist nicht nur aus finanzieller Sicht sinnvoll, sondern würde auch weitreichende Verbesserungen im Bereich der Gesundheitsfürsorge bewirken", erklärt Josephin V. Cabion, Co-Autorin der Studie.


Großer Widerstand der katholischen Kirche


Seit einiger Zeit setzen sich immer mehr Politiker und Wissenschaftler auf den Philippinen dafür ein, Familienplanung für alle zugänglich zu machen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im März im Parlament diskutiert. Doch der Einfluss der katholischen Kirche auf politische Entscheidungsprozesse ist nach wie vor groß. Die Geistlichen rücken bislang nicht davon ab, ausschließlich natürliche Familienplanung zu propagieren. Dabei haben jüngste Umfragen gezeigt, dass die Mehrheit der vorwiegend katholischen Filipinos einen besseren Zugang zu Verhütungsmitteln ausdrücklich befürwortet.


Darüber hinaus ist der Guttmacher-Studie zufolge der universelle Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung eine wichtige Voraussetzung für die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele. Die Präsidentin des Guttmacher Institue Sharon Camp erklärt: "In Verhütung investieren, heißt in gesündere Familien investieren und damit auch in eine bessere Entwicklung der Philippinen."


Zusammenfassendes Papier zur Studie: Meeting Women's Contraceptive Needs in the Philippines (PDF-Datei, 362 KB)


Quellen: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Guttnacher Institute, 15. und 20. April 2009; Christian Science Monitor, 10. März 2009.


 

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