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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



06. Mai 2009

Erfolge und Fehlschläge - Der Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung

Niger, Sierra Leone und Ägypten – Während in den westafrikanischen Staaten die Situation langsam besser wird, tut sich in Ägypten seit der Einführung der Strafverfolgung gar nichts.

Laut einem Report der UNICEF haben zehn Dörfer im Niger öffentlich die weibliche Genitalverstümmelung verurteilt und alle Bewohner der Tillaberry-Region aufgefordert diese Praktik sofort zu beenden. „Wir haben uns definitiv entschieden, die Genitalverstümmelung in unseren Dörfern zu unterbinden und werden nicht aufhören weitere Nachbardörfer zu sensibilisieren, das sie auch diesen Brauch aufgeben“, sagt N. Babobou Pana, der Führer einer der Dörfer.


Geleitet wurde die Aktion von Kompoa Tamkpa, einem ehemaligen traditionellem praktischem Arzt. „Ich habe diese schlechte Sache gestoppt“, erzählt Tamkpa. „Wir dachten, es wäre gut für die Frauen und dass es ihnen Erfolg bringt. Doch es hat sich herausgestellt, dass es ihnen gar nichts bringt und auch nicht unserem Dorf.“



Gute Neuigkeiten kommen auch aus Sierre Leone. Dort haben lokale Clanführer in der nördlichen Provinz Kambia eine Erklärung unterzeichnet, die vorschreibt, dass der Eingriff erst ab dem 18 Lebensjahr erlaubt sein soll. Dies soll den jungen Frauen eine Möglichkeit zur Mitsprache geben. Auch wenn es noch keine Verbot gibt, ist dies zumindest schon ein Schritt in die richtige Richtung.
 

In die richtige Richtung ging auch der Beschluss Ägyptens die weibliche Beschneidung total zu verbieten und unter Strafe zu stellen. Allein, seit dem Jahr der Einführung (2008) wurde kein einziger Fall gerichtlich bestraft. Dies zeigt, dass es nichts nützt allein die Praktik in die Illegalität zu verschieben, im Bewusstsein der Menschen muss durch gezielte Projekte und Kampagnen ein Umdenken stattfinden.


Weibliche Beschneidung, wie man es oft verharmlosend bezeichnet, wird normalerweise ohne Narkose an jungen Mädchen durchgeführt und ist extrem schmerzhaft und traumatisierend. Der Eingriff beinhaltet die teilweise oder totale Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien, führt zu schwerwiegenden langen Blutungen, Unfruchtbarkeit und in nicht seltenen Fällen zum Tod. Sie führt auch sehr oft zur Herausbildung von so genannten Scheidenfisteln und erhöht das Risiko einer HIV Infektion. Die Prozedur hat ihre Basis in religiösen und kulturellen Überzeugungen im Zusammenhang mit der Verhinderung von vorehelichem Sex und ehelicher Untreue.



Quelle: www.womensenews.org und www.unicef.org

 

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