
Einem neuen Papier zufolge soll Familienplanung zukünftig stärker gefördert werden.
Die Regierung in Uganda befürchtet, dass sich das massive Bevölkerungswachstum negativ auf die Wirtschaftsleistung des Landes auswirkt und hat deshalb ein neues Bevölkerungsprogramm gestartet. Während das Hauptaugenmerk bislang auf der Bekämpfung von HIV/Aids lag, steht nun die Verlangsamung des Bevölkerungswachstums im Mittelpunkt. Hierfür soll unter anderem stärker in Familienplanungsdienste investiert werden, um den zeitlichen Abstand zwischen Schwangerschaften zu vergrößern und so die Fruchtbarkeitsraten zu senken. Frauen in Uganda bringen im Durchschnitt sieben Kinder zu Welt. Seit den 1960er Jahren hat sich diese hohe Fertilität kaum verändert.
Ulrike Neubert, Leiterin der DSW-Entwicklungsprogramme, begrüßt die neue Linie der Regierung: „Wir hoffen, dass sich jetzt auch die Versorgung mit Verhütungsmitteln im Land verbessert, und dass Frauen mehr Zugang zu medizinischer Betreuung während Schwangerschaft und Geburt bekommen.“ Bislang können nicht einmal ein Viertel der verheirateten Frauen in Uganda verhüten und nur 40 Prozent haben Zugang zu reproduktiven Gesundheitsdienstleistungen.
Bevölkerung verdreifacht sich
Die Bevölkerung des ostafrikanischen Landes gehört zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Nach derzeitigen Prognosen wird sich die Zahl der Menschen in Uganda bis zur Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich mehr als verdreifachen – von heute 29 Millionen auf knapp 100 Millionen Menschen. „Zweifellos setzt ein derartiger Bevölkerungszuwachs die Regierung unter großen Druck, wenn es um die Bereitstellung von Wohnraum, Bildung und Gesundheit geht“, erklärt Fred Omach vom ugandischen Finanzministerium.
Laut dem neuen Regierungsdokument gehören Armut, fehlender Wohnraum, Krankheit und hohe Arbeitslosigkeit zu den zentralen Problemen des Landes. Sie verhindern, dass sich das wirtschaftliche Potenzial, das eine große Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter mit sich bringt, entfalten kann. Dies soll sich zukünftig ändern.
Millennium-Entwicklungsziele in Gefahr
Schon lange warnen Experten, dass das massive Bevölkerungswachstum in Uganda die Entwicklung des Landes behindert. Die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele sei unter den derzeitigen Bedingungen äußerst unwahrscheinlich. Zwar konnte die Armut Regierungsangaben zufolge seit Anfang der 1990er Jahre von 56 Prozent auf heute 30 Prozent gesenkt werden. Doch die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist weiterhin unverändert hoch. Das Risiko für Frauen während Schwangerschaft oder Geburt zu sterben, liegt bei 1 zu 25.
Quelle: People and the planet, 18. Februar 2009.