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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



29. September 2008

Kongo – das große Schweigen gegen Gewalt gegen Frauen

Das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Frauen im Kongo ist unvorstellbar. Der nicht enden wollende Krieg forderte so viele Tote wie kein anderer seit dem 2. Weltkrieg.

In den östlichen Regionen der Demokratischen Republik Kongo finden systematisch Gruppenvergewaltigungen von Frauen statt – von Soldaten, Militärs und Milizen.

Frauen werden als Sexsklavinnen missbraucht und verkauft und Mädchen, oft nicht älter als drei Jahre werden unvorstellbare Verletzungen an inneren Organen und ihren Geschlechtsteilen zugefügt. Oft zwingen die Täter auch die Väter, Brüder oder Ehemänner ihrer Opfer dazu, sie zu vergewaltigen; Frauen werden gezwungen, das Fleisch ihrer getöteten Familienmitglieder zu essen.
Die psychologischen und physischen Folgen nach derartig traumatischen Erlebnissen sind unvorstellbar; viele Frauen kämpfen dazu noch mit Armut, ungewollter Schwangerschaft, HIV/Aids und Ausgrenzung aus ihren Gemeinschaften und Familien – sie gelten asl die „Verdorbenen“ oder „Kranken“.

Wer sind diese Mörder und Vergewaltiger, diese Männer, die seit mehr als einem Jahrzehnt unter völliger Straffreiheit unsagbare Verbrechen begehen?
Viele von ihnen sind so genannte „Völkermordler“, die nach dem Genozid in Ruanda in den Kongo geflüchtet sind. Dort wurden 1994 innerhalb kürzester Zeit mehr als 800.000 Tutsis ermordet. Andere gehören zur Armee der Demokratischen Republik Kongo oder sind ruandesische Rebellen und viele wurden von Milizen rekrutiert, oft schon als kleine Buben.

Seit Anfang 2007 wurden mehr als 350.000 Menschen aus dem Osten Kongos vertrieben. Und vor nicht allzu langer Zeit flohen erneut Tausende vor den neuen Gewaltausbrüchen zwischen lokalen Milizen und Unterstützern von Laurent Nkunda, ein abtrünniger General der kongolesischen Armee.
Über die Geschnehnisse hat sich ein Schleier der Stille gelegt, die Gräueltaten werden auch auf internationaler Ebene kaum mehr wahrgenommen.
Die Frauen leben abseits jeglicher Aufmerksamkeit. Sie haben keinerlei Mitspracherecht in Entscheidungsprozessen, sind öffentlich nicht sichtbar. Sie haben keinen Zugang zu politischer oder wirtschaftlicher Macht in ihrer Gesellschaft, in der sie kaum wahrgenommen werden.

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat bis dato keine entscheidenden Maßnahmen gesetzt, um die Verantwortlichen für diese Gewalttaten gegen Frauen zu bestrafen. Neue Gesetzgebungen in Bezug auf sexuelle Gewalt haben sich lediglich als Lippenbekenntnis herausgestellt, niemand wurde verfolgt. Und auch die Internationale Gemeinschaft ist gescheitert.
Die lokalen Autoritäten müssten dabei unterstützt werden, die Täter zu verfolgen, einzusperren und vor Tribunale zu bringen. Mutige lokale Frauengruppen, die sich um die Opfer kümmern, sollten unterstützt werden. Dringende medizinische und psychologische Hilfe wäre nötig, um die tausenden Opfer betreuen zu können.

Wenn die Menschen, die die Macht hätten, die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo zu beenden, weiterhin schweigen und nichts tun, dann werden die Täter immer mächtiger werden und weiterhin das Leben der Frauen zerstören.

Die preisgekrönte Dokumentation “The Greatest Silence – Rape in the Congo” von Lisa F. Jackson thematisiert Vergewaltigung als Kriegswaffe in der Demokratischen Republik Kongo. Im Film wird der seit Jahren andauernde Konflikt im Kongo aus der Sicht der Opfer dargestellt. Weiters sprechen VertreterInnen der UN Mission im Kongo, Menschenrechtsaktivistinnen und Militärs.

Hier können Sie den Videoclip herunterladen.


Quellen: Soros, Project Syndicate, WNRUN

 

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