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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



29. September 2008

Müttersterblichkeit: Eine entsetzliche Tragödie

Ein kürzlich veröffentlichter UNICEF Report zeigt schockierende Daten und Fakten. Die Diskrepanz bei Todesfällen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern ist eklatant:

Mehr als eine halbe Million Frauen sterben jährlich während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, und 99% davon leben in Entwicklungsländern – doch das wäre verhinderbar, so der UNICEF Report „Progress for Children: A Report Card on Maternal Mortality“.

Die schlechtesten Bedingungen für werdende Mütter herrschen in Sub-Sahara Afrika und Südasien vor, dort werden 84% der Todesfälle verzeichnet. Die höchste Müttersterblichkeitsrate gibt es in Niger, dort stirbt eine von sieben Frauen bei der Geburt oder während der Schwangerschaft.

Das ist eine unaussprechliche Tragödie“, so Dr. Peter Salama, UNICEF Gesundheitschef. „Die Gründe für Müttersterblichkeit sind bekannt, ebenso die Mittel, um sie zu bekämpfen. Frauen sterben heute unnötigerweise.“

Frauen sterben, weil sie vor, während und nach der Geburt nicht einmal ein Mindestmaß an Gesundheitsversorgung erhalten, so der Report. Auch der Status in einer Gesellschaft, besonders der geringe Status von Frauen in vielen Regionen, spielt eine signifikante Rolle in dieser unzureichenden Gesundheitsversorgung für Frauen.

Wir müssen die grundlegenden Hintergründe adressieren, zum Beispiel den niedrigen Status von Frauen, das Bildungsniveau von Mädchen erhöhen und alles daran setzen, um Frauen zu stärken“, sagt Dr. Salama.

Obwohl es in einigen Ländern Verbesserungen gegeben hat, ist die Müttersterblichkeit nach wie vor das am meisten vernachlässigte Thema in der medizinischen Versorgung.
Um das Millenniumsentwicklungsziel 5 „Verringerung der Müttersterblichkeit um 75%“ bis 2015 zu erreichen, müssen drastische Maßnahmen ergriffen werden.

Der „Progress for Children Report“ zeigt auf, dass die Verbesserung der Gesundheit von Frauen nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch von ökonomischem Nutzen ist – Kinder, die eine gesunde Mutter haben, haben auch größere Chancen, selbst ein gesundes Leben zu führen.

Kinder, deren Mütter tot oder krank sind, haben in den ersten sechs Monaten ihres Lebens keinen Zugang zu Muttermilch haben, doch das wäre essentiell für ihre Entwicklung. Und es gibt verlässliche Daten, die beweisen, dass Kinder, die ohne Mütter aufgewachsen sind, häufiger sterben,“ berichtet Dr. Salama zum Report.

Ohne sofortige Handlung keine Chance auf Reduzierung der Müttersterblichkeit

Beim kürzlich abgehaltenen UNO Gipfel zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) in New York haben die PräsidentInnen von Chile, Finnland und Tansania zugesagt, alles zu tun, um die Ziele 4 und 5 (Verringerung der Kindersterblichkeit und Verbesserung der Gesundheit der Mütter) zu erreichen. Ohne gemeinsames globales Handeln wird es nicht gelingen, diese kritischen Ziele bis 2015 zu erreichen. Laut derzeitigem Stand kann das Ziel 4, die Verringerung der Kindersterblichkeit, erst 2045 erreicht werden.

Wir müssen heute erkennen, dass es nur mit einer neuerlichen Zusage und gemeinsam möglich sein wird, die Ziele 4 und 5 zu erreichen. Wir wissen, dass wir das können und wir wissen auch, dass die Gesundheit von Müttern, Kindern und Neugeborenen im Zentrum aller MDGs stehen. Der erste Schritt ist politischer Wille und Partnerschaft. Wir verpflichten uns heute dieser Aufgabe und rufen alle auf, die um die Gesundheit von Frauen und Kindern besorgt sind, uns zu unterstützten“, so die PräsidentInnen Michelle Bachelet / Chile, Tarja Halonen /Finland und Jakaya M. Kikwete / Tansania.

Mehr Informationen zum UNO Gipfel und den MDGs finden Sie unter: http://www.un.org/millenniumgoals/2008highlevel/

Klicken Sie hier um eine Fotoreportage zum Thema Mütter und Kinder in Afghanistan anzusehen. Das erste Foto zeigt Siamony mit ihrem Baby, die in der abgelegenen Region Badakhshan leben; dort sterben pro 100.000 Geburten 6.500 Babies.

Quellen: UNICEF, WUNRN, Time.com, UNO


 

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