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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



29. August 2008

Der neue SWI Datenreport 2008: Acht Milliarden Menschen bis 2025

Weltbevölkerung wächst rasant/ Familienplanung lindert Druck auf Ressourcen

Datenreport 2008

Heute leben etwa 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Jedes Jahr kommen schätzungsweise 80 Millionen BürgerInne hinzu. Schon 2012 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich die Sieben-Milliarden-Marke überschreiten und im Jahr 2025 acht Milliarden Menschen umfassen.

Das rasante Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. Heute leben hier bereits 82 Prozent der Weltbevölkerung, insgesamt 5,5 Milliarden Menschen. Bis zum Jahr 2050 kommen noch einmal knapp 2,6 Milliarden hinzu. Das prozentual stärkste Bevölkerungswachstum verzeichnet Afrika. Bis zur Jahrhundertmitte werden hier fast zwei Milliarden Menschen leben – doppelt so viele wie heute.

Ende des Wachstums nicht in Sicht

Möglicherweise wächst die Bevölkerung auf dem schwarzen Kontinent sogar noch schneller. Die gegenwärtigen Wachstumsprognosen gehen davon aus, dass die Fruchtbarkeitsrate in Afrika bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 2,5 Kinder pro Frau sinkt. Jüngste Untersuchungen vermitteln allerdings ein anderes Bild: Insbesondere in den Ländern Afrikas südlich der Sahara gehen die Fruchtbarkeitsraten nur sehr langsam zurück.

In Kenia beispielsweise lag die Fertilität in den frühen 1970er Jahren bei acht Kindern pro Frau und sank bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf fünf Kinder. Seither verharrt sie auf diesem Niveau. In anderen Ländern wie Uganda ist überhaupt kein Rückgang der Fruchtbarkeitsrate festzustellen. Hier bekommen Frauen heute, wie schon 1950, im Durchschnitt sieben Kinder. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Zwei-Kind-Familie ein realistisches Zukunftsbild Afrikas ist und ob das prognostizierte Bevölkerungswachstum nicht nach oben korrigiert werden muss.

Bevölkerungswachstum erhöht Druck auf Ressourcen

Die meisten Länder Afrikas können ihre Bevölkerung schon heute nicht mehr ausreichend versorgen. "In Äthiopien beispielsweise leidet fast jeder Zweite an Unterernährung und nur 42 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser", erklärt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. "Bis 2050 wird die äthiopische Bevölkerung von heute 79 Millionen auf 148 Millionen Menschen zunehmen. Das bedeutet, dass fast 70 Millionen Menschen zusätzlich versorgt werden müssen."

Eine Verlangsamung des Bevölkerungswachstums würde vielen Ländern bei der Ernährungssicherung und im Kampf gegen Armut helfen. Doch viel zu oft fehlen den Menschen der Zugang zu Kontrazeptiva und das Wissen über Verhütung. "Es ist ein Skandal, dass in Afrika gerade einmal zwei von zehn verheirateten Frauen verhüten können", mahnt Bähr. "Wir müssen deutlich mehr in Familienplanung investieren. Nur durch bessere Familienplanungsdienstleistungen erhalten die Menschen eine reelle Chance, langfristig Hunger und Armut zu entkommen."

Bevölkerung Europas schrumpft

Im Gegensatz zu den Entwicklungsländern wird die Bevölkerung der Industrieländer in Zukunft weiter zurückgehen. In Europa werden zur Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich 51 Millionen Menschen weniger leben als heute. Vor allem, weil Frauen hier im Durchschnitt nur 1,5 Kinder zur Welt bringen, wird die europäische Bevölkerung von heute 736 Millionen auf 685 Millionen Menschen im Jahr 2050 schrumpfen – von elf auf knapp sieben Prozent der Weltbevölkerung.

Der SWI-Datenreport liefert neueste Daten zu allen wichtigen Indikatoren der Bevölkerungsentwicklung für über 180 Länder und die einzelnen Regionen der Erde: von den aktuellen Bevölkerungszahlen, der Geburtenrate, der Lebenserwartung, der Zahl der HIV-Infizierten bis hin zu Bevölkerungsprojektionen für das Jahr 2050. Neu sind die Indikatoren zu Unterernährung und zum Trinkwasserzugang.

Sie können den neuen SWI Datenreport bei uns bestellen. Schreiben Sie eine Email an info@swi-austria.org">info@swi-austria.org oder rufen Sie uns unter 01 533 455 1 an.

Sie können den Datenreport auch hier als PDF herunterladen.


Weiterführende Grafiken können Sie über folgende Links downloaden:

Die Welt als Dorf (PDF-Format, 86 KB)

Regionale Verteilung der Weltbevölkerung (PDF-Format, 21 KB)

Trinkwassermangel in Afrika südlich der Sahara (PDF-Format, 14 KB)


Quelle: Deutsche Stiftung für Weltbevölkerung

 

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