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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



29. August 2008

Kondommangel in Entwicklungsländern

Fehlende Hilfsgelder für Verhütung erschweren Aidsbekämpfung

Kondommangel &;DSW

Die internationale Gemeinschaft müsste jährlich etwa 18 Milliarden Kondome bereitstellen, damit sich alle Menschen in Entwicklungsländern vor einer Ansteckung mit HIV/Aids und ungewollten Schwangerschaften schützen können. Tatsächlich stellten die Geber im Jahr 2007 jedoch nur Mittel für 3,3 Milliarden Kondome zur Verfügung, das sind weniger als ein Fünftel der benötigten Kondome. Diese Zahlen gibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) im Vorfeld der 17. Internationalen Aids Konferenz in Mexiko City vom 3. bis 8. August bekannt. Die Stiftung bezieht sich auf die jetzt veröffentlichte Studie der US-amerikanischen Organisation Population Action International "Condoms and Contraceptives Count."

Viele Menschen in Entwicklungsländern können sich Kondome entweder nicht leisten oder haben keinen Zugang dazu und sind daher auf internationale Hilfe angewiesen. Ein starker Mangel herrscht zum Beispiel in Kenia, wo 1,2 Millionen HIV-Infizierte leben. Hier stehen jedem Mann durchschnittlich weniger als zehn Kondome pro Jahr aus Hilfsgeldern zur Verfügung. Der Bedarf an Kondomen und anderen Verhütungsmitteln wird in den nächsten Jahren weltweit sogar noch zunehmen. Denn angesichts der jungen Bevölkerung in den Entwicklungsländern kommen immer mehr Menschen ins fruchtbare Alter.

Jährlich 2,5 Millionen neue HIV-Infizierte

"Noch immer infizieren sich jedes Jahr 2,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus – vor allem die ärmsten der Armen in Afrika südlich der Sahara", erklärt Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW. Die internationalen Hilfsgelder für Kondome in Entwicklungsländern seien in den vergangenen Jahren jedoch nahezu unverändert geblieben. "Diese riesige Finanzierungslücke ist erschütternd. Denn jeder weiß, wie wichtig Kondome sind, um die Aids-Epidemie zu bekämpfen und Millionen ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden."

Die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung (SWI) zusammen mit der DSW sind international tätige Entwicklungshilfeorganisationen. Sie helfen jungen Menschen in Afrika und Asien, sich selbst aus ihrer Armut zu befreien. Ungewollte Schwangerschaften und Aids verschärfen die Armut und bedeuten für viele Jugendliche den Tod. Deshalb unterstützt die Stiftung Aufklärungsinitiativen und Familienplanungsprojekte in Entwicklungsländern. Zurzeit engagieren sich die SWI und DSW in insgesamt 31 Entwicklungsprojekten in Ost- und Westafrika sowie Asien.

Quelle: Deutsche Stiftung für Weltbevölkerung

 

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