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Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit



27. Juni 2007

Urbanisierung als Chance: Das Potential wachsender Städte nutzen

Präsentation des Weltbevölkerungsberichts 2007

Weltbevölkerungsbericht 2007 © UNFPA

Der heute, 27. Juni 2007, erschienene Weltbevölkerungsreport 2007 „Urbanisierung als Chance: Das Potential wachsender Städte nutzen“ spricht von einem Meilenstein, den die Welt 2008 erreichen wird: Zum ersten Mal in der Geschichte wird mehr als die Hälfte der Menschen – 3,3 Milliarden – in städtischen Gebieten leben. Die Bevölkerung in Afrika und Asien wird sich verdoppeln und somit größer sein als China und die USA zusammen.
Diese Entwicklung bringt große Herausforderungen, aber auch enorme Chancen.

Während heute noch etwa 300 Millionen AfrikanerInnen in städtischen Gebieten wohnen, werden es im Jahr 2030 voraussichtlich 742 Millionen sein.
"Die afrikanischen Städte sind schon heute restlos überfordert. Der Mehrzahl ihrer Bewohner bieten sie weder Arbeitsplätze, noch Wohnraum. In Äthiopien und Uganda zum Beispiel leben 90 Prozent der Menschen in Slums", erklärt Renate Bähr, stellvertretende DSW-Geschäftsführerin.


Armut in Städten wächst stärker als auf dem Land

Ein Großteil des urbanen Wachstums betrifft vor allem ärmere Menschen und besonders hart trifft es Frauen, auch in den Städten. "Sie arbeiten häufig im informellen Sektor, werden schlecht bezahlt und häufiger Opfer von Gewalt. Außerdem sind sie in höherem Maße der Gefahr ungewollter Schwangerschaften und sexuell übertragbarer Krankheiten, einschließlich HIV/Aids, ausgesetzt", so UNFPA-Vertreterin Bettina Maas.

Auch wenn die Gesundheitsversorgung in Städten tendenziell besser ist als in ländlichen Regionen, arme Frauen haben kaum Zugang dazu. Sie bringen durchschnittlich doppelt so viele Kinder zur Welt wie wohlhabendere Städterinnen. Nur 10 bis 20 Prozent der Geburten in den Slums von Kenia und Uganda werden medizinisch betreut. In anderen Wohngebieten erhalten 70 bis 86 Prozent der Schwangeren professionelle Betreuung.

Eine/r von drei StadtbewohnerInnen weltweit lebt heute in Slums - insgesamt eine Milliarde Menschen. Mehr als 90 Prozent der SlumbewohnerInnen leben in den so genannten Entwicklungsländern. Zwischen 1990 und 2005 hat sich die Slumbevölkerung in Afrika südlich der Sahara auf fast verdoppelt, auf knapp 200 Millionen.

"Der Kampf um die Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs), insbesondere die weltweite Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren, wird in den Slums der Welt geführt werden", so Maas. "Städte haben klare Vorteile bei der Bekämpfung der Armut. Bislang wurden diese jedoch nicht genutzt."

Eine feste Adresse bedeutet Zugang zu Wasser, Gesundheitsversorgung und Bildung

Ein zentrales Problem der städtischen Armut ist die Wohnungsfrage: Ein Dach über dem Kopf und eine feste Adresse sind eine unerlässliche Ausgangsbasis für arme Menschen in der Stadt. Sie würde ihnen den Zugang zu alltäglichen Dienstleistungen wie Wasser und Abwasserversorgung, Elektrizität, Gesundheitsversorgung und Schulen ermöglichen. Die Wasserversorgung in den Städten wird heute jedoch immer kritischer. In den Städten Afrikas südlich der Sahara ist es nicht ungewöhnlich, dass sich 250 Haushalte drei Toiletten und eine Dusche teilen. In Ostafrika sind die Wartezeiten an den Wasserentnahmestellen zwischen 1967 und 1997 durchschnittlich von 28 auf 92 Minuten gestiegen.

Um das natürliche Bevölkerungswachstum und damit auch das Wachstum der Städte zu verlangsamen, müssen die Stadtverwaltungen der Entwicklungsländer die sozialen Bedingungen armer Menschen verbessern. "Dazu gehört auch die Förderung reproduktiver Gesundheitsdienstleistungen, die für alle erschwinglich sind", fordert Bähr. "Wenn Frauenrechte, vor allem das Recht auf Familienplanung, gestärkt werden, lässt sich das städtische Wachstum erfolgreich begrenzen." 

Sie können den neuen Weltbevölkerungsbericht jederzeit bei uns bestellen unter info@swi-austria.org">info@swi-austria.org oder 01 5857699.

Lesen Sie eine Zusammenfassung des Weltbevölkerungsberichts 2007

Weiterführende Informationen:

Factsheet zum Thema Verstädterung www.weltbevoelkerung.de/pdf/wbb07_fs_verstaedterung.pdf

Grafik: Die größten Megastädte der Welt http://www.weltbevoelkerung.de/pdf/wbb07_megastaedte.pdf

Grafik: Anteil der städtischen Bevölkerung nach Regionen
www.weltbevoelkerung.de/pdf/wbb07_staedt_bev_regionen.pdf

Grafik: Die Stadtbevölkerung in Entwicklungsländern wächst rasant
www.weltbevoelkerung.de/pdf/wbb07_stadtbev_entwicklungslaender.pdf

Grafik: Weltbevölkerungsprojektionen für 2050
www.weltbevoelkerung.de/pdf/wbb07_weltbev_projektionen.pdf

Quellen: DSW / UNFPA

 

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