
Jährlich werden drei Millionen Mädchen verstümmelt. Weibliche Genitalverstümmelung verletzt Menschrechte. Eine Presseaussung unserer Partnerorganisation DSW
Hannover, den 5. Februar 2007.
Weltweit sind derzeit zwischen 100 und 140 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. "Es ist ein Skandal, dass immer noch so viele Mädchen Opfer dieser grausamen Praxis werden. Jedes Jahr kommen drei Millionen Betroffene hinzu", so Pamela Foster, Leiterin der Entwicklungsprogramme der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die sich seit Jahren im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung engagiert. "Es handelt sich um eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte. Es ist höchste Zeit, dass die Regierungen in den betroffenen Ländern entschieden gegen diese schädliche Praktik vorgehen und entsprechende Gesetzesentwürfe auf den Weg bringen", fordert Foster.
Unvorstellbare Schmerzen
Bei der weiblichen Genitalverstümmelung wird die Klitoris teilweise oder vollständig entfernt. In besonders gravierenden Fällen wird die Vagina zugenäht und nur eine kleine Öffnung belassen. Meist wird der Eingriff von Laien, ohne Narkose und mit primitiven Hilfsmitteln wie Messern, Glasscherben oder Rasierklingen durchgeführt. "Die betroffenen Mädchen erleiden unvorstellbare Schmerzen", berichtet Foster. Die Jahrtausende alte Tradition ist in Teilen Asiens und des Nahen Ostens sowie in vielen afrikanischen Ländern verbreitet. Zum Beispiel werden in Ägypten 97 Prozent der Mädchen und Frauen verstümmelt und in Guinea sogar 99 Prozent.
Genitalverstümmelung erhöht Müttersterblichkeit
Die psychischen und physischen Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung sind verheerend. Neben einem lebenslangen Trauma leiden viele Frauen unter Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt, die auch zum Tod führen können. In schweren Fällen müssen die Narben der Beschneidung bei der Niederkunft wieder geöffnet werden. "Jede zweite Geburt in den Entwicklungsländern findet aber ohne medizinische Betreuung statt. Im Notfall ist kein Arzt da, der lebensrettende Maßnahmen ergreifen kann", so Foster. Die schädliche Praxis ist einer der Gründe für die hohen Müttersterblichkeitsraten in Afrika und Asien.
Eine aktuelle Grafik zum Thema weibliche Genitalverstümmelung können sie hier downloaden.
Im November 2006 veranstalteten wir eine Lesung mit Fadumo Korn. Sie wuchs als somalisches Nomadenkind auf und wurde mit 7 Jahren beschnitten. An den schwerwiegenden Folgen leidet sie noch heute. Lesen sie hier einen Bericht dazu
Klicken sie hier, um das Statement von Thoraya Obaid, Executive Director der UNFPA, zu lesen.
Die UNFPA warnt vor neuen Trends bei FGM: http://www.unfpa.org/news/news.cfm?ID=929
Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung-DSW.