
Seit dem Jahr 1991 ist die Bevölkerung Nigerias um 50 Millionen Menschen gewachsen, von 89 auf 140 Millionen. Dies ergibt die erste Volkszählung seit 15 Jahren.
„Das rasante Bevölkerungswachstum steht exemplarisch für die Entwicklung des gesamten afrikanischen Kontinents. Bis 2050 wird Afrika voraussichtlich von heute 767 Millionen auf 1,7 Milliarden Menschen wachsen. Das sind eine Milliarde mehr Menschen, die ernährt sowie mit Bildungs- und Gesundheitsangeboten versorgt werden müssen“, sagt Renate Bähr, stellvertretende Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Problematisch ist das massive Bevölkerungswachstum in Hinblick auf den Kampf gegen Armut. Momentan leben 91 Prozent der NigerianerInnen von weniger als 2 US Dollar am Tag.
„Wenn wir den Hunger und die Armut in den westafrikanischen Ländern verringern wollen, müssen wir deutlich mehr in Familienplanung und Gesundheit investieren. Eine Rückgang des Bevölkerungswachstums würde die Gesundheitssysteme dieser Gesellschaften entlasten und so im Kampf gegen Armut helfen“, so Bähr.
Besorgniserregend ist die schlechte gesundheitliche Versorgung für Frauen. Die Daten der Volkszählung bestätigen, dass mehr Männer als Frauen im westafrikanischen Land leben, 71 Millionen zu 68 Millionen. Die Müttersterblichkeit in Nigeria ist sehr hoch, sie liegt bei 800 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten.
Quelle und weitere Informationen: DSW, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung